Hexen und Prinzessinnen

Mamas, Kinder, Fashion, Bücher und das Leben

wenn man zu viel denkt

Wo bin I – C – H? Wenn die Gedanken kreisen…

MANCHMAL SPIELEN DIE GEDANKEN VERRÜCKT.

Wenn ich joggen gehe und gute Lieder höre, ich meine so Lieder, bei denen alte Erinnerungen aufkommen oder man einfach verleitet wird zu schwelgen, dann kreisen meine Gedanken und spielen verrückt.

Letzte Woche bin ich an einem Haus vorbei gelaufen, an dem ich ganz oft vorbei komme und plötzlich ist mir eingefallen, dass in diesem Haus ein Ex-Freund von mir, (wenn man es denn so nennen kann) eher eine kurze Liaison, gewohnt hat. Da müsste ich 18 oder 19 gewesen sein. Ich hatte einen Führerschein und Mamas Auto, er hatte keinen. Also bin ich ganz oft vor dieser Einfahrt gestanden und habe gewartet bis er raus kommt.

Beim weiter Laufen dachte ich so an die damalige Zeit, wie leicht und lustig da noch alles war. Ach ja dieser Typ hat mich nach ein paar Wochen abserviert und ich war todtraurig.

joggen und Gedanken

Auf jeden Fall habe ich mich gefragt, wo ist eigentlich mein „früheres ICH“ hingekommen? Wo ist die, die jeden Mist mitgemacht hat. Der es egal war, ob sie am nächsten Tag aufstehen musste. Hauptsache es war was los und man hat was erlebt. Müdigkeit war zweitrangig. Klar immer habe ich sowas nicht gemacht und ich war auch immer zuverlässig und hatte das Bewusstsein, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, aber das Verrückte, Spontane ist weg. Das Bauchkribbeln, wenn man sich auf das Wochenende freut oder bevor man was unternimmt, vermisse ich.

MEINE TRÄUME

Früher, dachte ich immer, wenn ich mal Kinder habe, dann bin ich ganz locker und lustig, wie die beste Freundin meiner Tochter, so soll es sich anfühlen. Deshalb wollte ich immer Mädels. Aber in der realen Welt, kann man das gar nicht umsetzen.

Mich ärgert das, denn das waren meine Träume und irgendwie sind sie mit dem Alter untergegangen. Aber warum? Irgendwie lebt man seinen Alltag. Ist froh, wenn die Kids im Bett sind, damit man Zeit für sich hat. Aber wenn sie meine besten Freunde wären, dann dürfte das nicht so sein, denn dann sollte ich sie ständig um mich haben wollen. Es gab mal eine Zeit, als IB noch ganz klein war, da habe ich mich schon auf den nächsten Tag gefreut, wenn sie wieder wach ist. Aber das ist jetzt nicht mehr so, jetzt ist alles „normal“ und „alltäglich“. Man lebt in seinem Trott, in seiner Seifenblase, in der alles durchorganisiert ist. Arbeit, Familie, Kinder, Freizeit, alles läuft nach Plan, sonst kommt man nicht rum.

Aber ist das ok? Ich weiß es nicht. Werde ich später vielleicht mal sagen „Ach Mensch, warum hast Du nicht mehr gemacht, warum warst Du nicht spontaner, lustiger und lebensfroher?“

ES IST OK, SO WIE ES IST

Es ist nicht so, dass ich mit meinem Leben unzufrieden bin. Nur manchmal kommen einfach so Gedanken. Dann möchte ich wieder 20 sein und nicht an morgen denken. Ich will auch nicht mehr jedes Wochenende Party machen und bis zum Morgengrauen unterwegs sein. Es ist eher so, dass ich das Gefühl, es zu wollen, vermisse. Das Unbeschwerte, Ausgelassene, das fehlt mir an manchen Tagen, obwohl ich es gar nicht machen will. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.

Manchmal denke ich mir, so jetzt gehe ich mal wieder richtig weg und zieh um die Häuser. Wenn es aber dann soweit ist, dann habe ich gar keine Lust und bleibe zu Hause, weil ich müde bin, faul und mich lieber mit einem Buch auf die Couch lege. Wenn ich es dann doch mal schaffe, und mich überwinde, dann ist es meistens nicht so, wie man es erwartet hat. Manchmal kann es auch sehr lustig sein und man fühlt sich am nächsten Tag etwas befreiter. Trotzdem muss ich es nicht immer haben, denn die Müdigkeit (mit Kindern kann man leider nicht bis 12Uhr schlafen) nervt und irgendwie kommt man den ganzen Tag nicht so richtig in Schwung.

Genau das war früher anders. Allerdings konnte ich da bis Mittag schlafen, dann etwas entspannen und am Abend war ich wieder fit für die nächste Runde.

ABER WILL ICH DAS ALLES NOCH?

Nein das will ich nicht mehr. Es sind einfach nur Gedanken und in dem Moment wünscht man sich dieses ausgelassene, nicht an morgen denkende Leben zurück. Vielleicht komme ich deshalb mit dem 4er in meiner Altersangabe nicht so gut zurecht.

in Florenz

UND vielleicht schaffe ich es ja irgendwann, mich wieder ein bisschen in diese Richtung zu orientieren. Einfach mal ab und zu lockerer sein, nicht genau nach Tagesplan leben und das LEBEN EINFACH LEBEN SEIN LASSEN.

Wie ist das bei euch so, habt ihr auch manchmal so Gedanken oder vermisst ihr irgendwas von früher?

Freue mich über eure Kommentare.

Nicole

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