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Kryonium

Kryonium – Die Experimente der Erinnerung von Matthias A.K. Zimmermann

*beinhaltet Affiliate Links – Buchwerbung (kostenloses Rezensionsexemplar) – ©der Abbildungen, Beschreibungen und Zitate: Kadmos Kulturverlag


Wenn ihr ein besonderes und verrücktes Buch lesen wollt, dann müsst ihr zu diesem greifen. Ein Buch, das so anders ist, als alle anderen. Ein Genre kann ich nicht wirklich benennen, denn ich denke, dass dieses Buch jeder anders sieht. Für die einen ist es eine Geschichte über die Psyche, für die anderen über die Erinnerung und wieder andere, sehen darin eine Geschichte über ein virtuelles Game oder einfach ein Fantasyschmöker. Alles stimmt, nichts ist falsch und je weiter man liest um so öfter ändert man seine Meinung. Ich danke dem Kulturverlag Kadmos für das kostenlose Rezensionsexemplar. Das Cover finde ich sehr ansprechend, allerdings kann man niemals den Inhalt erahnen.

Kryonium – Das Experiment der Erinnerung von Matthias A.K. Zimmermann

„Aron lächelte arglistig. „Ich war es gewesen, der die verheißungsvolle Geschichte eines Geheimgangs, der den Inselwald mit dem Festland verbindet, erfunden und glaubhaft unter die Leute gebracht hat.“ Laut lachte er auf und konnte sich kaum mehr einkriegen. „Wie perfide von dir!“ Verständnislos schüttelte ich den Kopf. „Warum hast du das getan? Ein wirklich übler Streich. Schäm dich!“ „Na hör mal!“ Aron gestikulierte temperamentvoll mit seinen Händen. „Die Geschichte war nur gut gemeint gewesen und sollte mehr Spannung in den langweiligen und langwierigen Alltag bringen. Was die Leute brauchen ist Hoffnung. Wie hätte ich denn ahnen können, was passiert…..“ (Zitat: Buch S.20)

Klappentext:

Gefangen an einem unbekannten Ort, schmiedet der Erzähler heimlich Fluchtpläne. Die Tatsache, ohne Erinnerungen zu sein, erschwert das Vorhaben. Doch der Drang, endlich auszubrechen aus diesem furchteinflößenden, schneeverwobenen Schloss, lässt ihn jedes Risiko eingehen. Und so gerät der Erzähler immer tiefer hinein in einen wirren Strudel aus rätselhaften Begegnungen und magischer Paranoia, die er spielerisch zu entschlüsseln hofft, was ihn letztlich zum Ursprung seiner Erinnerungen führt. Der All-Age-Roman ist ein technoides Märchen, das sich mit Virtualität auseinandersetzt und die Frage aufwirft, was Erinnerungen sind und was sie bedeuten. Nichts ist so, wie es scheint in der Geschichte und die Frage, was Realität ist, muss immer wieder neu überdacht werden. Mit einem Nachwort von Stephan Günzel.

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Veröffentlichung: 

Kryonium ist am 28.10.1019 als gebundenes Buch (324 Seiten) im Kulturverlag Kadmos erschienen.

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Bewertung:

Vorweg möchte ich erst einmal sagen, dass man sich nicht von dem Mathematischen in dem Buch abschrecken lassen sollte. Jeder „Normalo“ der mathematisch auf einem normalen Stand ist, wird hier nicht alles verstehen. Das stört aber nicht im Lesefluss. Ich habe diese Passagen gelesen, irgendwie schon verstanden, was es bedeuten soll, aber eben nicht im Detail, trotzdem hatte ich keine Probleme mit der Geschichte und konnte den Inhalt, auch trotz der fehlenden Kenntnisse verstehen. Ich denke ein Mathematiker sieht die Geschichte wieder anders, als jemand, der sie aus einer „normalen“ Sichtweise liest.

Jetzt aber zu meiner Bewertung, die gar nicht so leicht ist. Denn alles was ich hier schreibe, verrät etwas. Eigentlich sollte man dieses Buch einfach lesen, denn man muss es auf sich wirken lassen. Allerdings gibt es wahrscheinlich viele, die es aufgrund des Klappentextes nicht tun werden. Mir ging es nicht anders. Ich wurde vom Verlag angeschrieben, ob ich es lesen möchte. Mein erste Gedanke war: „Ne, das ist nix für mich.“ Nachdem ich mir die Links zu den Rezensionen angeschaut habe und auch auf Amazon einige gelesen hatte, wurde ich doch neugierig und habe mich entschieden, mal etwas anderes zu lesen. Als es ankam, dauerte es wieder, bis ich mich dazu aufraffen konnte. Ich hatte, ehrlich gesagt, ein wenig Angst vor dem Buch. Angst, dass es mir überhaupt nicht gefällt, dass es zu „hoch“ für mich ist oder ich einfach nichts damit anfangen kann. So war es aber nicht.

Die Geschichte beginnt irgendwann und irgendwo. Der Ich-Erzähler weiß selber nicht wo er ist, wir wissen nicht, ob er männlich oder weiblich ist und das macht das ganze noch spannender. Die Person befindet sich in einer verschneiten Fantasywelt, in einem Schloss als Untertan. Dieses Schloss liegt auf einer Insel. Im See lauert ein Ungeheuer, das die Flucht unmöglich macht. Ist das Monster einmal ruhig, machen die Hexe und die anderen Wesen Probleme. Nur Licht schreckt das Ungeheuer ab und so versucht die erzählende Person in der Lichtwerkstatt eine riesige Glühbirne zu bauen. Hier kommt es aber immer wieder zu Zwischenfällen und die Person versucht zu fliehen. Dies ist aber nicht möglich und die Umgebung und das Schloss verändern sich immer mehr. Eines Tages ist es kein Schloss mehr, sondern ein anderes Gebäude und ab da bekommt der Leser seinen zweiten Eindruck.

Für mich war hier erst einmal klar, um was es sich handelt. Um eine psychisch kranke Person. Doch das Spiel geht weiter und im dritten Teil verbindet sich die Wahrnehmung von Schloss und dem anderen Gebäude. Der einzige Ausweg ist über 1001 Schneekugeln. Diesen Teil fand ich besonders spannend. Hier weiß man dann auch, ob männlich oder weiblich und die Welten in den Schneekugeln sind außergewöhnlich. Hier stellt man sich die Frage, war auch das Schloss und das andere Gebäude eine Schneekugel? Ist es vielleicht sogar eine virtuelle Welt? Wer ist die Person und warum ist sie dort gefangen. Eine rationale Erklärung gibt es, aber die wird auch wieder etwas zerschlagen und am Ende befindet man sich in einem Kreislauf. Dieses Ende ist für mich sehr vielschichtig. Man muss sich wirklich seine eigene Erklärung dazu machen. Bleibt die Person im Kryonium oder glaubt sie nur, dort zu bleiben?

Das hört sich jetzt wohl alles etwas wirr an, aber das Buch ist so und es zeigt auch, welche Wahrnehmung wir Leser haben. Wie interpretieren wir die Geschichte? Als Game, als Psychose oder als Heilung? Trotz dieser vielen abstrakten Handlungen konnte ich mir alles sehr gut vorstellen. In der Fantasywelt gibt es viele Einschläge von Märchen und das wird auch später noch fortgeführt. In dem anderen Gebäude ist es nicht freundlich und ich denke, die Vorstellung an so einem Ort zu sein, würde fast bei jedem solche oder ähnliche Wahrnehmungen hervorrufen. So stellt man es sich dort vor. Öde, eintönig und ein Leben mit festen Regeln und straffen Zeitplan. Dem Ich-Erzähler gefiel es in der unrealistischen Märchenwelt besser, obwohl die ziemlich gefährlich war und ehrlich gesagt, mir gefiel es dort auch besser.

Protagonist:

Wir bereits oben geschrieben weiß man sehr lange nicht, ob es sich um eine männliche oder weibliche Person handelt. In der Märchenwelt fand ich die Person ziemlich mutig und sehr loyal gegenüber den anderen. Die Person wollte unbedingt die Hexe besiegen und das Ungeheuer überlisten und obwohl es den Untertanen nicht gestattet war, sich frei zu bewegen, fand die Person immer wieder einen Weg nach draußen. In dem anderen Gebäude war die Person anders. Zwar immer noch clever und mutig, aber auch manchmal etwas übermütig, weil sie sich soviel Wege nach draußen, durch ungehorsam verbaut hat. Geht man jedoch davon aus, dass das alles ein virtuelle Welt ist, so gehörte dies natürlich zum Spiel. Für mich war es das aber irgendwie nie so richtig, auch wenn es nahe liegend ist.

Schreibstil:

Kryonium ist gut zu lesen. Trotz der vielen mathematischen Einschläge kommt man gut durch das Buch. Wie oben bereits geschrieben, muss man nicht alles verstehen, was hier ausgerechnet wird, denn das Ergebnis wird ja auch geschrieben und somit ist es auch für Laien verständlich. Die Märchenwelt war wirklich gut beschrieben und auch das andere Gebäude hatte so seine Besonderheiten. Das mit den Schneekugeln und den Zeitverschiebungen war wirklich genial und ich hätte noch viel mehr Schneekugelspiele lesen können. In dem Teil dachte ich immer, dass es mir richtig Spaß macht, diesem virtuellen Spiel zu folgen.

Die ersten beiden Teil sind in der Ich-Perspektive geschrieben und der letzte Teil in der dritten Person. Alle Fragen werden irgendwann beantwortet. Wenn zum Beispiel im ersten Teil eine Lampe herunterfällt, so erfährt man im dritten Teil, warum das so war. Es ist also schon wichtig aufmerksam zu lesen und sich in diesem Experiment der Erinnerungen, selber an einiges zu erinnern. Vor allem im Schneekugelspiel kommt einiges ans Licht, was man vorher gar nicht so beachtet hat. Durch Zeitsprünge erlebt man manche Situationen doppelt und es ist genial, wie sich alles zu einem Ganzen zusammen fügt.

KRYONIUM. Die Experimente der Erinnerung
KRYONIUM. Die Experimente der Erinnerung
von Kulturverlag Kadmos Berlin
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Empfehlung:

Kryonium kann ich allen empfehlen, die gerne außergewöhnliche Bücher lesen. Alle, die Erzählungen über Psyche, Erinnerungen und Wahrnehmung interessant finden, sollten sich dieses Werk nicht entgehen lassen. Aber auch Leser, die gerne über Gamer und virtuelle Welten lesen, sind hier genau richtig. Irgendwie kann ich dieses Buch gar nicht jemanden speziellen empfehlen, denn ich gehöre auch nicht zum typischen Leserkreis von solchen Geschichten, aber trotzdem wurde ich außerordentlich gut unterhalten und bin froh, dass ich mich entschieden habe, dieses Buch zu lesen.

Ich gebe Kryonium 5 von 5 Sterne,

weil es ein außergewöhnliches Werk ist, das mich auf alle Fälle, sehr in den Bann gezogen hat. Kryonium hat mir neue Welten eröffnet und mir gezeigt, dass auch so etwas sehr interessant sein kann. Außerdem finde ich die Idee dahinter wahnsinnig gut und ziehe meinen imaginären Hut vor dem Autor. Denn wem so etwas einfällt, der hat auf alle Fälle viel Potenzial und vor allem muss man es erst einmal schaffen, trotz der vielen mathematischen Inhalte, das Buch für die breite Masse interessant zu machen und das ist ihm gelungen. Natürlich wird es nicht allen gefallen, aber das ist ja immer so. Man muss sich einfach darauf einlassen und mit einem völlig anderen Blickwinkel lesen. Ein tolles Buch über die Erinnerung, Wahrnehmung, Psyche und darüber, wie man diese Geschichte sieht. Denn jeder muss sich sein eigenes Bild machen.

Kryonium

Wäre Kryonium auch etwas für euch?

Ich wünsche euch einen schönen Tag.

Nicole

Hier geht es zu meiner letzten Rezension und hier könnt ihr meine Lieblingsbücher kaufen.

Hexen und Prinzessinnen


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